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Daten des TSV Aichach. Sie können sich die Geschichte auch ausdrucken
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Die Gründerzeit
Das neue Jahrhundert
Der erste Weltkrieg
Die Zeit zwischen den Kriegen
Der zweite Weltkrieg
Die Nachkriegszeit
Die letzten 50 Jahre im alten Jahrtausend
Ab dem Jahr 2000
Die Gründerzeit
Am 30. Mai 1868 wurde der Turnverein Aichach gegründet.
Auszug aus dem Schreiben an den Magistrat der Stadt Aichach vom 04. Juni
1868:
Wohllöblicher Stadtmagistrat!
Der ergebenst unterzeichnete Turnrath bringt einem Hohen Magistrat
hiermit zur Anzeige, daß sich die bisher bestandene Gesellschaft -Unter
Uns- in einen Turnverein umgewandelt, und auch das kgl. Bezirksamt
Aichach hievon in Kenntniss gesetzt hat.
- 1871: 38 Männer und "Jungmänner" waren
Mitglied beim TV Aichach
- 1874: Erstes größeres Turnfest in
Aichach mit Gästen aus Augsburg,
Friedberg und Schrobenhausen
- 1875: Erste Teilnahme am bayerischen
Turnfest in Regensburg
-
1887: Fritz Mayer wurde zum 1. Vorstand
gewählt (47 Jahre war er in diesem Amt tätig!). Unter ihm avancierte der
TV Aichach zu einem der führenden Turnvereine in der Region zwischen
Ilm, Donau und Lech.
- 1893: 25jähriges Jubiläum, damals zählte
der Verein 108 Mitglieder
Das neue Jahrhundert
Der Jahrhundertwechsel startete mit dem Vorhaben, eine eigene Turnhalle
zu erwerben.
- 1900: Das damalige Zieglerstadel mit dem
dazugehörigen Grund wurde für 6000 Mark erworben
-
1901: Beginn des Umbaus zur Turnhalle
(Kosten des Umbaus betrugen 9000 Mark
-
22.-24.06.1901: Einweihung der Turnhalle
Die neue Turnhalle zeigte schnell Wirkung:
-
Ende 1901: Die Mitgliederzahl stieg von ca.
100 auf 216 Mitglieder an, es konnten 5 Abteilungen gebildet werden:
Aktive Turner, Gesundheitsriege, Zöglingsriege, Schülerriege, Frauenriege
Der erste Weltkrieg
Auswirkungen der Kriegsjahre auf den Verein:
- Die Mitgliederzahl sank: damit verbunden war der Ausfall von
Beiträgen
- Die turnerische Aktivität im Verein wurde weniger
- Veranstaltungen wurden immer seltener à die darausfolgenden Einnahmen
blieben aus
- Trauerfeiern für gefallene Mitglieder (98 Mitglieder zogen in den
Krieg, davon
starben 10)
- Die eigene Turnhalle diente anderen Zwecken
- Ab 1916 wurde die Turnhalle von der Aktienkunstmühle zur
Getreidelagerung
verwendet
Ende 1918 kehrten die meisten Mitglieder zurück
Die Zeit zwischen den Kriegen
Nach dem ersten Weltkrieg folgten Reformen auf allen Gebieten:
auch beim TV Aichach spürte man neue Impulse, die prompt ihre Wirkung
zeigten:
- 1919 verzeichnete man einen Mitgliederzuwachs von
70%
- Wiederaufleben der Spielabteilung
- Eingliederung des Ballspielclubs als eigene Abteilung (nur bis
1921)
- 1920: Nachträgliche Feier zum 50jährigen
Bestehen
- 1925: Ab diesem Zeitpunkt gewann die
Leichtathletikabteilung neben den
Turnern immer mehr an Bedeutung
- 1926: Fritz Mayers 40jähriges
Vorstansjubiläum, 25 Jahre eigene Turnhalle
- 1930: Neben der Turnhalle entsteht der
Turnplatz (Teil vom städtischen
Holzgarten wurde von der Stadt gestiftet)
- 1932/33: TV Aichach war auf dem
Höhepunkt seiner Entwicklung
- 14.10.1933: Zusammenschluss des TV
Aichach mit dem BC Aichach zum
Turn- und Sportverein (TSV) Aichach
Auswirkungen der NSDAP auf den TSV Aichach:
- Turn- und Sportbetrieb litt unter dem Arbeitsdienst und
Wehrdienst
- Organisationen der Partei hemmte die Aktivitäten im Verein
- HJ beanspruchte die Betreung der Jugendlichen, auch in sportlicher
Hinsicht,
für sich à Zukunft des Vereins war bedroht
Aber:
Die Jugendlichen blieben dem TSV treu und es gelang sogar, immer wieder
neuen Nachwuchs zu gewinnen. Dieser feste und leistungsstarke
Grundstock, v.a. in den Bereichen Leichtathletik und Fußball, war für
die nächsten Jahrzehnte von großer Bedeutung.
- 1937: Umbau und Erweiterung der
Turnhalle (auch im Interesse der Stadt,
hier mangelte es an einem großen Saal)
- 1938: Große Turnhalle zeigt erneut
Wirkung: Mitgliederzahl stieg auf 316, d.h. fast jeder zwölfte(!)
Aichacher war Mitglied beim TSV Aichach
Der zweite Weltkrieg
-
1939: Das bayerische Turn- und Sportfest in
Aichach war für lange Zeit das letzte große sportliche Ereignis
In den Jahren des Krieges wurde die Gruppe der Sporttreibenden immer
kleiner. Aber trotz vielen Belastungen und großen Opfern, die der Krieg
mit sich brachte, kam das Vereinsleben nie zum völligen Stillstand. Dies
war ein paar Wenigen zu verdanken, die die anderen immer wieder anspornten.
Turnhalle und Sportplatz dienten als Flüchtlingslager und als
"Sportscenter" der US-Besatzungstruppen.
Der Krieg riss große Lücken in die Liste der Mitglieder und viele
kehrten gar nicht mehr heim.
Nach sechs leidvollen Jahren des Krieges, begann 1945 der Wiederaufbau.
Die Nachkriegszeit
Der Wiederaufbau erfolgte vor allem durch die Jugend des TSV, die voller
Tatendrang war.
-
1946-48: Zustrom der Heimatvertriebenen
machte sich positiv beim TSV
bemerkbar
Neue, vor allem spielerische Sportarten zogen viele Jugendliche an.
Dafür hatten es die klassischen Formen, wie z.B. Geräteturnen, zunehmend
schwerer.
Folgende Sportarten etablierten sich in den Nachkriegsjahren: Fußball,
Handball, Faustball, Judo, Tennis, Boxen und sogar Basketball.
-
7.-15.08.1948: Jubiläumswoche zum 80jährigen
Bestehen
Wichtige finanzielle Aufgaben zu dieser Zeit und für die nächsten Jahre
waren:
- Sanierung und Erweiterung der Turnhalle und des
Turnplatzes
- Wiederbeschaffung von Turngeräten und Mobiliar
-
07.01.1950: Der Redakteur Hanns Muck wurde
Vereinsvorsitzender
Unter seiner Führung genoss der TSV Aichach eine enorme sportliche
Entwicklung
Die letzten 50 Jahre im alten Jahrtausend
Der TSV weitete sich immer mehr aus: Mitte der 50er
Jahre gab es 22 aktive Mannschaften im Verein, 250 Mitglieder
nahmen an 538 offiziellen Wettkämpfen teil. Auch die Jugend war mit 240
Aktiven stark vertreten. Besonders die Frauengymnastik erfuhr in dieser
Zeit einen enormen Zuwachs.
Durch dieses Wachstum wurde die organisatorisch - verwaltungstechnische
Arbeit ebenfalls umfangreicher. Über 100 sportliche und 67
gesellschaftliche Veranstaltungen in der Turnhalle und auf dem Turnplatz
spiegeln das Ausmaß der organisatorischen Probleme, die zu bewältigen
waren, wider.
1958 hatte der TSV den Höhepunkt seiner Aktivität
erreicht. Die turnerischen und sportlichen Erfolge am Ende dieses Jahres
waren bisher unerreicht.
1968 wurde das 100-jährige Bestehen gebührend gefeiert.
1970 wurde Klaus Laske zum Vorstand des TSV gewählt.
Dieses Amt bekleidet er heute (2003) immer noch.
Anfang der 70er Jahre musste die Vereinsleitung das Absinken der
traditionellen Abteilungen Turnen und Leichtathletik hinnehmen. Hinzu
kam der Mangel an Hallenkapazitäten. Doch trotz dieser Misere
proklamierte der TSV weiter den "Sport für Jedermann".
1973 repräsentierten v.a. drei Abteilungen den TSV:
Faustball, Handball und Jedermannturnen. In diesem Jahr wurde auch die
Faschingsgesellschaft "Paartalia" gegründet.
Die Mitgliederzahl stieg in diesem Jahr über die magische Zahl
1.000.
In den nächsten Jahren stand die Sanierung der Vereinshalle auf dem
Programm. Mit insgesamt 459.067,52 DM fiel die Renovierung viel höher
als der Kostenvoranschlag aus.
1977 stießen die Ringer zum TSV Aichach. Sie und die
Handballer bestreiten nach wie vor vor großem Publikum ihre Wettkämpfe
in der Vierfachhalle am Gymnasium.
Das Jahr 1978 wurde das erfolgreichste seit der
Gründung: 1.544 Mitglieder; 100 Neuzugänge; 1.275 Mitglieder waren in
elf Abteilungen aktiv, die von 68 Übungsleitern 76 Stunden pro Woche
betreut wurden.
Mittlerweile konnte sich der TSV zu den "Oberen 2000 Vereinen in der
Bundesrepublik" zählen. Er gehörte zu jenen, die mehr als sieben
Abteilungen führten.
1981 war eines der schwierigsten Jahre in der
Geschichte des TSV: die schlechte wirtschaftliche Situation des Vereins
führte zu drastischen Sparmaßnahmen. Dadurch wuchs in einigen
Abteilungen der Unmut über den Hauptverein.
Dieser sah sich gezwungen die vereinseigene Halle (Ursache der
Finanzprobleme) zu verkaufen. Doch in der zweiten Jahreshälfte zeigten
die Sparmaßnahmen erste Erfolge und die Stadt griff dem Verein unter die
Arme, so dass der Verkauf der Halle verhindert werden konnte.
In diesem Jahr machte sich die Tennisabteilung selbständig und gründete
den TC Aichach.
1987 fand die zweite Qualifikation der deutschen
Kunstturner für die Weltmeisterschaften in der Vierfachturnhalle in
Aichach statt. Das war eine der größten Veranstaltungen, die der TSV
erfolgreich meisterte.
Ende der 80er Jahre verzeichnete der TSV weiterhin
steigende Mitgliederzahlen. Mit einer Zunahme von 15,5 Prozent an
Mitgliedern widersetzt man sich der allgemeinen negativen Entwicklung im
Vereinssport.
1990 verzeichnete man das 2.000te Vereinsmitglied.
1993, zum 125-jährigen Jubiläum, verzeichnete der TSV
Aichach 14 Abteilungen und über 2100 Mitglieder.
Schon Ende der 80er Jahre und v.a. Anfang der 90er Jahre machte sich der
TSV für den Bau einer neuen Halle stark.
1996 war es dann endlich soweit: die Dreifachturnhalle
neben der Grundschule AIC - Nord konnte in Betrieb genommen werden.
Ab dem Jahr 2000
Die vereinseigene Turnhalle ist auch heute noch der größte Saal in
Aichach. Sie wird der Stadt und auch anderen Vereinen usw. häufig zur
Verfügung gestellt. Jährlich finden 50 bis 60 andere öffentliche
Veranstaltungen in der TSV Turnhalle statt.
Im Herbst 2002 geht der TSV Aichach mit allen seinen
Abteilungen ins Internet
2003 kürte der Stadtverband der Sport- und
Schützenvereine erstmals in seiner Geschichte den Sportler, die
Sportlerin und die Mannschaft des Jahres. Diese Ehrung fand im Rahmen
des "Ball des Sports" in der TSV Turnhalle statt.
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